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Konzeptstudie · Fiktives Fallbeispiel

SAP S/4HANA-Einführung bei einem mittelständischen Handelsunternehmen

Eine selbst erarbeitete Fallstudie: Wie würde ich als Schnittstelle zwischen IT und Business eine ERP-Einführung analysieren und planen? Das Unternehmen und die Zahlen sind fiktiv, Vorgehen und Methodik sind es nicht — sie bauen auf meiner Hochschulanalyse zu SAP S/4HANA-Betriebsmodellen auf.

ProzessmodellierungFit-Gap-AnalyseRisikomanagementStakeholder-AnalyseProjektplanung

150

Mitarbeitende

3

getrennte Systeme im Ist-Zustand

~13 Wochen

geplante Projektlaufzeit

5

identifizierte Risiken

Vollständige Dokumentation als PDFMit Titelblatt und Inhaltsverzeichnis, zum Ausdrucken oder WeiterleitenHerunterladen →

Ausgangslage

Die "NordHandel GmbH" (fiktiv), ein Großhändler mit rund 150 Mitarbeitenden, steuert Einkauf, Lager und Rechnungswesen über drei getrennte Systeme: Bestellungen laufen über Excel-Listen, der Wareneingang wird separat im Lager erfasst, Rechnungen werden manuell dagegen geprüft. Das Ergebnis: doppelte Datenpflege, keine Echtzeit-Bestandsübersicht und ein Monatsabschluss, der regelmäßig zu spät kommt.

Mein Vorgehen

Vier Schritte, bevor überhaupt über konkrete Systemkonfiguration gesprochen wird.

01

Anforderungen aufnehmen

(Fiktive) Gespräche mit Einkauf, Lager und Buchhaltung, um die tatsächlichen Pain Points zu verstehen, nicht nur die vermuteten.

02

Ist-Prozess modellieren

Den bestehenden Ablauf als Flowchart dokumentieren, um Medienbrüche und Schwachstellen sichtbar zu machen.

03

Fit-Gap-Analyse

Abgleich zwischen den Anforderungen und dem SAP-Standard, um zu klären, wo Customizing wirklich nötig ist.

04

Konzept & Planung

Soll-Prozess, Zeitplan, Risiken und Stakeholder definieren, bevor die eigentliche Umsetzung beginnt.

Ist-Prozess

Der aktuelle Beschaffungsprozess, Schritt für Schritt.

flowchart TD
	A["Einkauf erstellt Bestellung in Excel"] --> B["Bestellung per E-Mail an Lieferant"]
	B --> C["Wareneingang wird manuell im Lager erfasst"]
	C --> D["Rechnung trifft separat per E-Mail ein"]
	D --> E["Manueller Abgleich: Bestellung, Wareneingang, Rechnung"]
	E --> F{"Abweichung?"}
	F -->|Ja| G["Rueckfrage beim Lieferanten"]
	F -->|Nein| H["Manuelle Buchung in Rechnungssoftware"]
	G --> E
	H --> I["Monatsabschluss mit Verzoegerung"]

Schwachstellen

Soll-Konzept

Einführung von SAP S/4HANA mit integrierten Modulen für Einkauf (MM), Lager und Finanzbuchhaltung (FI). Ein automatischer 3-Way-Match ersetzt den manuellen Abgleich, alle Abteilungen arbeiten auf derselben Datenbasis.

flowchart TD
	A2["Einkauf erstellt Bestellung in SAP MM"] --> B2["Bestellung automatisch an Lieferant"]
	B2 --> C2["Wareneingang direkt in SAP erfasst"]
	C2 --> D2["Rechnung ueber Eingangsrechnungs-Workflow erfasst"]
	D2 --> E2["Automatischer 3-Way-Match"]
	E2 --> F2{"Abweichung?"}
	F2 -->|Ja| G2["Automatische Eskalation an Einkauf"]
	F2 -->|Nein| H2["Automatische Buchung in FI"]
	H2 --> I2["Echtzeit-Reporting, puenktlicher Abschluss"]

Projektplanung

Grobplanung über sechs Phasen, von der Analyse bis zur Hypercare-Phase nach Go-Live.

gantt
	title Projektplan SAP S/4HANA-Einfuehrung
	dateFormat YYYY-MM-DD
	section Analyse & Konzeption
	Ist-Analyse & Anforderungen      :a1, 2026-02-02, 15d
	Fit-Gap-Analyse                  :a2, after a1, 10d
	section Realisierung
	Systemkonfiguration              :b1, after a2, 20d
	Schnittstellen & Migration       :b2, after b1, 15d
	section Test & Schulung
	Integrationstests                :c1, after b2, 10d
	Anwenderschulung                 :c2, after c1, 10d
	section Go-Live
	Go-Live                          :milestone, d1, after c2, 0d
	Hypercare-Phase                  :d2, after d1, 15d

Risikomatrix

RisikoWahrscheinlichkeitAuswirkungGegenmaßnahme
Datenmigrationsfehler bei Bestands- und StammdatenMittelHochFrühzeitige Datenbereinigung, mehrere Test-Migrationen vor Go-Live
Akzeptanzprobleme bei MitarbeitendenHochMittelFrühe Einbindung der Fachbereiche, Key-User-Konzept, gezielte Schulungen
Verzögerung durch SchnittstellenproblemeMittelMittelFrühzeitige Schnittstellentests, Zeitpuffer im Projektplan
BudgetüberschreitungNiedrigHochKlarer Change-Request-Prozess, Budgetreserve einplanen
Störung von Kernprozessen während Go-LiveNiedrigHochHypercare-Phase, Rollback-Plan, Go-Live in prozessarmem Zeitraum

Stakeholder-Analyse

Hohe Macht · Hohes Interesse

Geschäftsführung, Projektleitung IT

Hohe Macht · Niedriges Interesse

IT-Infrastruktur, externer SAP-Berater

Niedrige Macht · Hohes Interesse

Einkauf, Lager, Buchhaltung (Endanwender)

Niedrige Macht · Niedriges Interesse

Externe Lieferanten

Erwarteter Nutzen

Geschätzte Werte für dieses fiktive Fallbeispiel, keine belegten Praxiszahlen.

−40%

geschätzte manuelle Bearbeitungszeit beim Rechnungsabgleich

Echtzeit

Bestandstransparenz statt tagesaktueller Excel-Listen

−5 Tage

geschätzte Verkürzung des Monatsabschlusses

Was ich daraus mitnehme

Am meisten überrascht hat mich beim Erstellen der Risikomatrix, wie stark Akzeptanzprobleme bei Mitarbeitenden das Projektrisiko dominieren, mehr als jedes technische Risiko. Eine ERP-Einführung scheitert selten an der Software, sondern daran, ob die Menschen dahinter mitgenommen werden. Genau an dieser Schnittstelle zwischen Prozessen, Technik und Menschen will ich später arbeiten.

Neugierig auf mehr?

Das ist genau die Art von Arbeit, die mich reizt: zwischen Prozess, Technik und Business vermitteln. Lass uns reden.

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